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Mit kleinen Tricks im Alltag den Nachwuchs spielerisch auf die Schule vorbereiten

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Die Aufregung steigt, denn in wenigen Wochen kommt unser großer Sohn in die Schule. Er kann es kaum erwarten, bis es endlich so weit ist und er mit seinem Schulranzen, den er inzwischen schon unzählige Male aus und wieder eingeräumt hat, in Richtung Schule maschieren darf. Die Tage werden gezählt und der Schulweg immer und immer wieder geübt. Die Vorfreude ist einfach riesig.

Im vergangenen Sommer kam er im Kindergarten in eine sogenannte Schulwichtelgruppe, die sich wöchentlich einmal zur Schulvorbereitung und tollen Ausflügen traf. Der Sohn freute sich jede Woche auf diese Gruppe, dann aber kam Corona dazwischen und er war sehr traurig, dass er diese Tage im Kindergarten verpasste. Daher haben wir kurzerhand unsere eigene Schulvorbereitung zu Hause in unseren Corona-Alltag eingebaut.

Mit Spaß neues erlernen

Die oberste Priorität ist bei uns der Spaß am Lernen. Wir lernen nur dann, wenn es uns in den Alltag passt und alle bereit dazu sind, denn wie bei uns Erwachsenen gibt es auch bei den Kindern Tage, an denen sie einfach keine Lust haben zu lernen und lieber spielen möchten. Da beide unserer Kinder noch im Kindergarten sind und diesen Lerndruck noch nicht haben, ist das auch völlig in Ordnung und wird berücksichtigt. Denn mit Druck oder Zwang jemanden zum Lernen zu animieren kann ganz schnell nach hinten los gehen und die Freude am Lernen verschwindet.

Wir nennen es viel mehr gemütliches Beisammensein und erstellen uns eine angenehme Atmosphäre. Vor einiger Zeit habe ich schon einmal darüber geschrieben, dass ich dieses Ritual gerne einführen möchte, wenn der große Sohn ein Schulkind ist und seine Hausaufgaben erledigen wird. Auf dem Tisch stehen Kakao und Kekse und alle Materialien, die wir benötigen. Für den Vorschüler habe ich eine Mappe mit Arbeitsblättern rund um die Themen Buchstaben und Zahlen erstellt, aus denen er wählen darf. Er darf dabei also ganz allein entscheiden was und wie viel er lernen möchte. An manchen Tagen ist er so motiviert, dass er eine ganze Stunde Arbeitsblätter abarbeitet, mit mir lesen übt oder ich ihm ausgedachte Aufgaben stellen soll und an anderen Tagen mag er wiederum nur zehn Minuten intensiv neues lernen. Wobei beides völlig okay ist.

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Eine große Hilfe bei der Suche nach altersgerechten Arbeitsmaterialien ist für mich dabei Pinterest. Du kannst dort gern mein Board „Schule“ abonnieren wo ich immer wieder neue Aufgaben pinne. Eine kleine Auswahl an Aufgaben findest du aber auch hier:

Rechnen lernen:
Erstes Rechnen mit Rechenschiffchen
Rechenmandala
Mengen erfassen
Rechnen bis 20
Würfelbilder

Buchstaben lernen:
Schwungübungen
Buchstaben kennenlernen
Buchstaben vertiefen

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Für den kleinen Sohn steht eine große Box mit Bastelmaterialien sowie Stifte, Papier und Kleber bereit, damit auch er sich beschäftigen kann und den großen Sohn während des Lernens nicht ablenkt.

Das Lernen in den Alltag integrieren

Aber auch auf spielerische Weise und ganz unterbewusst lernen die Kinder im Alltag. So kann man beispielsweise mit Hilfe von Gesellschaftsspielen die Ausdauer fördern sowie die Konzentration und die Aufmerksamkeit üben. Ausgedachte Rechen- oder Buchstabenaufgaben kann man anhand von anschaulichen Gegenständen im Park, auf der Autofahrt oder aber auch zu Hause auf dem Sofa lösen. Zum Beispiel: „Ich sehe etwas, was mit dem Buchstaben H beginnt.“ – Hund.

An kleineren Aufgaben im Haushalt oder Garten lernen die Kinder Verantwortung zu tragen und sind besonders stolz, wenn sie diese ganz allein erledigt haben.

Ein großer, wichtiger Punkt vor der Einschulung ist die Förderung der sprachlichen Kompetenzen, damit ein Kind lernt sich auszudrücken. Dies beziehen wir schon seit einigen Jahren in unseren Alltag mit ein, in dem jeder reihum beim Abendessen von seinem Tag berichtet. Jeder erzählt dabei, was er an dem Tag besonders schön fand oder was eben nicht so gut war. Zudem legen wir auch vor dem Zubettgehen noch einmal eine kleine Schnuddelrunde, wie man es in Nordhessen so schön sagt, ein in der noch einmal Vorhaben, Ängste oder Wünsche besprochen werden.

Medienkonsum kann auch fördern

Wie bei nahezu allen Eltern ist auch bei uns der Medienkonsum in den vergangenen Wochen stark gestiegen. Wie ich heute in einer Onlinekonferenz mit Katia Saalfrank erfuhr, ist dies auch völlig okay, wenn das die Eltern auf diese Weise entlastet. Denn wenn gerade jetzt zur Corona-Zeit, wo die Kindergärten, Schulen und Sportvereine geschlossen sind die Kinder vermehrt vor dem Fernsehen oder dem Tablet sitzen, heißt dies ja nicht, dass sie die nächsten Jahre weiterhin so viel Zeit vor den Bildschirmen verbringen werden. Viel wichtiger ist der von uns Eltern kontrollierte Inhalt der Medien. Auf KiKa läuft morgens die „Sendung mit dem Elefanten“, Serien wie „Anna und die wilden Tiere“ und zusätzlich gibt es spannende Themenwochen wie zum Beispiel die Astrowoche.

Aber auch Lernapps gibt es mittlerweile einige. Für Schulkinder ist Sofatutor wahrscheinlich die bekannteste. Bei uns wird aktuell die Maus und Elefant, die Kikaninchen oder die Montessori App auf dem Tablett gespielt.

Die Kinder haben auf diese Weise in den vergangenen Wochen ganz ohne Druck und mit viel Freude einiges gelernt. Nun kann die Schule wahrhaftig bald beginnen.

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