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Zwei Kinder unter zwei Jahren [Gastbeitrag]

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14 Monate nach der Geburt meines ersten Sohnes erhielt ich die freudige Nachricht ein zweites Mal schwanger zu sein. Ich freute mich sehr, dass es so schnell geklappt hat, hatte aber im Laufe der Schwangerschaft immer das Gefühl eine Ausnahme mit diesem geringen Altersabstand der Kinder zu sein. Im vergangenen Jahr habe ich dann auf der FamilyCon 2017 eine fantastische, sehr liebe und immer strahlende Bloggerkollegin kennengelernt, die dies jedoch toppte – zwischen ihren beiden Kindern liegen gerade einmal 13 Monate.

Hut ab, waren meine ersten Gedanken, als ich mich mit Mareikes Mann an dem Tresen der FamilyCon unterhielt. Wie hat sie das nur geschafft ohne die Nerven zu verlieren und wo nimmt diese Frau all die Kraft her nebenbei auch noch ein eigenes Unternehmen zu gründen und Events zu planen. Ich wollte es genau wissen und habe Mareike von teamstreber gefragt, wie die ersten Jahre zu viert waren, ob sie Unterstützung hatte und wie ihr Alltag mit zwei Kindern mit einem extrem geringen Altersabstand aussah.

2 unter 2 (von Mareike Schamberger)

Das mit dem Kinder kriegen ist so eine Sache. In der Theorie gibt es ja kein Richtig und kein Falsch. Aber so richtig viel zu entscheiden haben wir da ja auch nicht. Man kann beim Universum eine Bestellung aufgeben und dann muss man ein fach mal schauen, was geliefert wird.

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Für uns war immer klar: Ein Kind ist kein Kind

Unsere Bestellung wurde übrigens per Overnight Express geliefert. Sogar zwei mal. Denn als mein Mann einen Tag nach der Hochzeit beschlossen hat: “Jetzt gilts” da war ich im Prinzip dann auch schon direkt am Ende des Satzes schwanger. Naja, zumindest so ungefähr.

Und schwuppdiwupp waren wir zu dritt. Hoppla. Und 13 Monate später zu viert. So schnell kann das gehen.

Wir haben uns ganz bewusst dafür entschieden, einfach direkt zwei Kinder zu bekommen. Was für uns dafür gesprochen hat, den Altersabstand so gering wie möglich zu halten.

Die Vorteile für zwei Kinder unter zwei

  • Risikoschwangerschaft: Nein danke.
    Ich wollte meine Kinder unter 35 bekommen. Ganz pragmatisch.
  • Lange Fehlzeiten im Job waren für mich nicht denkbar.
    Wer mich kennt, der weiß, dass ich für meine Arbeit brenne und so richtig Spaß dran habe. Und diesen Teil meines Lebens wollte ich nicht für mehrere Jahre komplett aufgeben.
  • Was gemacht ist, ist gemacht.
    Die Anzahl der Windeln, die gewechselt werden müssen bleibt auch bei größerem Altersunterschied ziemlich sicher exakt gleich.
  • Die Kinder können miteinander spielen.
    Mit den selben Sachen. Später an der selben Sektbar.

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Theorie und Praxis

Für mich war irgendwie klar, dass mein großes Mädchen durch schläft, bis der Kleine kommt. Darüber lache ich übrigens heute noch.

Tatsächlich hat mich die Realität an Tag eins als Mama eingeholt. Durchgeschlafen hat bei uns tatsächlich schon sehr lange keine Sau mehr.

Unser Bub hat sehr lange gebraucht, bis er angekommen war. Geschlafen hat er nur mit Körperkontakt. Am besten auf Mamas Bauch. Das war so dermaßen anstrengend, denn so kam ich eigentlich nie zur Ruhe. Ich habe immer völlig verkrampft den Säugling festgehalten. Denn sobald ich locker gelassen habe, ist der aufgewacht. Viel länger als eine Stunde hat er auch so nicht geschlafen. Nach sechs Wochen habe ich mich dabei erwischt, dass ich Schmerztabletten wie Bonbons gegessen habe, wusste ich: bedürfnisorientiert geht in alle Richtungen.

Üben, üben, üben

Danach habe ich ihn einfach immer wieder allein abgelegt für sein Schläfchen, auch wenn das noch weniger Schlaf für uns alle gab. Erst mal. Und wenn der Kleine dann endlich so fertig war, dass er eingeschlafen ist, war die Große wach. In der Woche bin ich weit über meine Grenzen gegangen und habe auch angefangen Espresso zu trinken. Aus großen Tassen.

Außerdem kam ab da der Pizzamann genau so regelmäßig wie der Lieferservice vom Supermarkt.

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Auch dieser Tag hat nur 24 Stunden

Das habe ich mir im ersten Jahr ganz oft gesagt. Denn so lange hat es gedauert, bis sich das mit dem Schlaf wieder eingependelt hatte. Ich bin in der Zeit meistens drei bis sechs mal nachts aufgestanden. Wickeln, Boppeln, Flasche geben. Nach sechs Monaten hat er angefangen mehr als 3 Stunden zu schlafen. Da kam dann auch die Große eher nur noch ein mal nachts.

Sehr sehr anstrengend. Mein Mann und ich haben uns in der Zeit wirklich oft gestritten. Da lagen die Nerven komplett blank. Aber hey: gute und schlechte Zeiten.

Ganz wichtig: gute Freunde

Ohne unsere Familie und die Freunde hätten wir das Jahr einfach nicht überlebt. Deswegen sage ich es euch noch mal in aller Deutlichkeit:

Wenn ihr euer zweites Kind bekommt (oder Zwillinge), dann seid nett zu euren Freunden. Fangt mit niemandem mehr Krach an und brecht keinen Familienstreit übers Knie. Denn diese Menschen werdet ihr demnächst wirklich dringend brauchen. Und zwar jeden einzelnen. Versprochen.

Tagesablauf

Nichts geht über Routine. Ich liebe die. Jeder weiß, was ihn erwartet. Das gibt ganz viel Sicherheit. Und es gibt keine Regel, die mich zwingt, eben doch mal davon abzuweichen, wenn das Leben dazwischen kommt.

Ich bin morgens mit den Kindern allein aufgestanden, habe beide (und mich) angezogen und gefüttert. Wenn es nach den Kindern ginge, hätte ich übrigens immer noch den Schlafanzug aus dem Krankenhaus an (den von der ersten Entbindung).

Danach sind wir immer raus. In den ersten beiden Jahren mit Kindern habe ich unfassbar viele Hörbücher und Podcasts gehört. War ja nicht so, dass die Kinder viel zu erzählen hatten am Anfang. Das wurde deutlich weniger, als unser Mädchen angefangen hat zu plappern wie ein Wasserfall.

Ich habe immer versucht, den Tagesablauf vorzugeben und nicht nur zu reagieren und mich von den Kindern treiben zu lassen. Das hat mir sehr geholfen, denn ich war auf viele Dinge schon vorbereitet. Mit zwei so kleinen Kindern kommt von selbst viel unerwartetes dazu.

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Etappenziel: gemeinsames Schläfchen

Darauf habe ich eisern hingewartet. Denn bis der kleine Schläfer einigermaßen Tag und Nacht unterscheiden konnte sind fünf Monate rum gewesen. Danach habe ich unseren Tag so lange darauf ausgerichtet, bis es endlich geklappt hat.

Unsrem Mädchen hab ich das zweite Schläfchen irgendwann gestrichen, das erste aber immer früh gemacht. Nämlich schon um 11:00 Uhr. Autofahren oder spazieren waren wir immer nur direkt nach dem aufwachen morgens. Das hat schon arg eingeschränkt, am Ende hat es sich aber gelohnt, denn so nach 6 Monaten konnte ich mich tatsächlich dann um 11:00 Uhr zusammen mit den Kindern mittags eine Stunde hin legen. Wenn ich Glück hatte sogar manchmal zwei.

Das hat mein Leben verändert.

Schlaf ist so so so wichtig. Das hat bei uns alles merklich entspannt.

Dafür habe ich gern in Kauf genommen, dass ich eben nicht morgens in der Krabbelgruppe war. Denn die war von 10:00 – 12:00 Uhr und da war unser Schläfchen. ENDE.

Jeden Schritt gebührend feiern

Mein nächstes Ziel, auf das ich hin gewartet habe war „Reisen mit kleinem Gepäck“. Bevor ich das Haus verlassen habe, hab ich immer eine große Sporttasche gepackt, die ich an den Kinderwagen hängen konnte. Wechselsachen für alle (Spuck-Kinder hat Satan persönlich erfunden).

Prioritäten setzen

Man kann nicht alles haben und das ist kein bisschen schlimm. Ehrlich. Ich krieg da regelmäßig Herzkammerflimmern, wenn suggeriert wird, dass man ja wohl alles haben kann. Das ist genau der Grund, warum so viele Mamas da draußen abends heulend auf der Couch sitzen, weil sie völlig überfordert sind.

Im ersten Jahr mit zwei Kindern habe ich mich bewusst dafür entschieden, Schlaf zu priorisieren. Dafür habe ich auf die Krabbelgruppe verzichtet,auf einige Mama-Frühstückstreffen und eine Weile auch auf Kinderturnen. Das hätte bedeutet, dass unser Bub nämlich einfach irgendwann weg pennt und da wäre mein Mittagsschläfchen ausgefallen. Dann eben nicht #80istdasneue100

Als ich mich letztes Jahr selbständig gemacht habe, war mir absolut bewusst, dass da keiner kommt und mir zusätzliche Stunden für meinen Tag zuteilen wird.

Deshalb habe ich für das erste Jahr Sport einfach komplett gestrichen. Die Zeit habe ich lieber bewusst dafür genutzt, meine Firma aufzubauen, für die Firma nebenbei auch noch ein Blogger Event zu organisieren und mein erstes E-Book „Kooperationen für Bloggerzu schreiben und eine T-Shirt Kollektion raus zu bringen. Die Firma ermöglicht es mir nämlich, weiterhin im Home Office zu arbeiten und das entstresst unser Leben langfristig wirklich sehr.

Es gibt im Leben für alles eine Zeit. Jetzt im zweiten Jahr mit der Firma, nehme ich mir auch bewusst wieder Auszeiten für mich und mache Sport.

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Aber auch die Entscheidung habe ich bewusst getroffen. Weniger Arbeitszeit und wieder mehr Freizeit. Meine Entscheidung.

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Mareike Schamberger

Chefin bei #TeamStreber.Mareike ist Profi-Kontakteknüpferin und fest davon überzeugt, dass Blogger Events gut für dein SEO sind. Als Speakerin ist sie immer dafür, mit einem Sektempfang zu starten. Organisationsprofi für Blogger-Konferenzen und Kindergeburtstage. Die FamilyCon war ihr Herzensprojekt für 2018.

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Vielen lieben Dank für diesen persönlichen Einblick und du hast noch immer meinen vollsten Respekt für deine Leistung, liebe Mareike.

Welchen Altersabstand haben deine Kinder und würdest du diesen rückblickend noch einmal genau so wählen, wenn es möglich wäre? Erzähl doch mal.

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