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Kinder sollen Kinder sein

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Endlich ist der Frühling da und mit den ersten warmen Sonnenstrahlen des Jahres sind unsere Kinder kaum noch im Haus zu halten. Sie spielen und toben durch den Garten, hüpfen auf dem Trampolin, fahren mit ihren Fahrzeugen auf der Straße. Sie lachen, kichern, singen und schreien. Sie genießen ihre Kindheit in vollen Zügen.

Manchmal schleiche ich mich dann heimlich aus dem Sichtfeld der beiden, setze mich auf die Terrasse und beobachte das Geschehen. Ich bewundere ihr kreatives Spiel, den Umgang miteinander und die unendliche Geschwisterliebe. Ich könnte vor Stolz platzen, wenn der Große seinem Kleinen Bruder hilft auf den Traktor zu steigen oder versucht ihm Dinge zu erklären.

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Oft sind die beiden aber auch wild im Umgang miteinander und ich muss sie ermahnen aufeinander Acht zu geben oder im Trampolin nicht auf den anderen zu hüpfen. Ich schimpfe, wenn meine gerade getrocknete Wäsche zum dritten Mal mit der Wasserspritze nass gespritzt wurde und ärgere mich im nächsten Moment über mich selbst, dass ich schon wieder geschimpft habe.

Generell ärgere ich mich viel zu oft über mich selber, weil ich wegen einer harmlosen Kleinigkeit gemeckert, geschimpft oder ermahnt habe.

„Glückliche Erwachsene sorgen für glückliche Kinder.“

Da gibt es genug Menschen, die es ihnen schwer machen ihre Kindheit in vollen Zügen auszukosten. Etwa die Nachbarn die schon wieder schimpfen, weil der Ball über die Hecke und direkt ins Gemüsebeet geflogen ist. Die Binärrentner, die ihnen bei einem Therme- oder Restaurantbesuch böse Blicke zu werfen.

Wenn es nach einigen Nörglern ginge, dann stören die kleinen, lauten Kinder eigentlich immer und überall. Was diese Nörgler jedoch meistens vergessen: Sie waren selbst mal kleine Kinder, die ihre Kindheit genießen wollten. Im Gegenzug denken diese Nörgler an uns, wenn sie um halb eins den Rasenmäher anschmeißen und ich gerade die Kinder für einen Mittagsschlaf hingelegt habe? Nein!

Vor einiger Zeit schrieb ich eine Rezension über das Buch Lasst Kinder wieder Kinder sein von Michael Winterhoff. Darin heißt es: „Glückliche Erwachsene sorgen für glückliche Kinder.“

Deshalb nehme ich mir zu Herzen, entspannter zu werden. Ich möchte nicht länger die nörgelnde Mama sein sondern eine entspannte und coole. Und vor allem möchte ich, dass meine Kinder ihre Kindheit genießen.

Das heißt im Übrigen nicht, dass sie mir auf der Nase herum tanzen und nur Unfug machen dürfen, sondern dass ich einfach nur noch in ernsthaft wichtigen Momenten eingreife.

Wie ist das bei dir: Ermahnst oder schimpfst du dein Kind/deine Kinder auch viel zu oft aus banalen Gründen? Dürfen deine Kinder laut im Garten spielen und toben oder achtest du eher drauf, was die Nachbarn denken könnten?

2 Kommentare zu “Kinder sollen Kinder sein

  1. Liebe Carina,

    ich kenne das gut. Ich arbeite auch heute noch daran, nicht wegen jeder Kleinigkeit zu schimpfen, aber an manchen Tagen ist man einfach gestresst und es fällt ziemlich schwer sich zusammen zu reißen. Dabei sind es häufig Dinge über die man sich gar nicht aufregen müsste, man tut es aber trotzdem. Was das Spielen im Garten angeht versuchen wir lediglich auf gewisse Ruhezeiten zu achten, in welchen ich die Kinder dann lieber herein hole. Ansonsten sollen sie sich ausleben, klar, wenn das Gequietsche und Geschrei einmal über Hand nimmt, greife ich schon ein, aber großteils dürfen sie laut sein.

    Ich denke Du wirst den Ausgleich noch finden zwischen Autorität und Coolness 😉

    Liebe Grüße,
    Monika

    • nordhessenmami

      Liebe Monika,
      vielen Dank für deine lieben Worte.

      „Ich arbeite auch heute noch daran, nicht wegen jeder Kleinigkeit zu schimpfen, aber an manchen Tagen ist man einfach gestresst und es fällt ziemlich schwer sich zusammen zu reißen. Dabei sind es häufig Dinge über die man sich gar nicht aufregen müsste, man tut es aber trotzdem.“

      Da sprichst du mir aus der Seele, denn auch ich ärgere mich im Nachhinein immer wieder das ich geschimpft habe, obwohl es nur eine Kleinigkeit war. Ich versuche nun erst einmal drüber nachzudenken, abzuwägen wie gravierend die Situation ist und dann ggf. einzugreifen. In den vergangenen Tagen hat das richtig gut funktioniert und ich hatte das Gefühl, dass sich meine positive Einstellung auf die Kinder übertragen hat und auch sie entspannter waren.

      Ich gebe mir allergrößte Mühe um ausgeglichener und cooler zu werden. 😉

      Liebe Grüße,
      Carina

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