Familienleben

Unser Schnuppertag im Kindergarten

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Bald wird’s ernst, denn der große Sohn ist ab September ein Kindergartenkind. Wir sprechen zur Zeit viel mit ihm über das Thema Kindergarten und bereiten ihn sanft auf das neue Abenteuer vor.  Um ihm nahezulegen, was ihn dort erwarten wird und was er sich unter dem Wort „Kindergarten“ vorstellen kann, vereinbarte ich mit der Kita-Leitung einen Termin zum Schnuppern. Am Dienstag war es nun so weit und ich fuhr mit ihm und dem kleinen Bruder zum schnuppern in den Kindergarten.

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Die Nacht zuvor war der Sohn sehr unruhig und weinte viel. Um sechs Uhr morgens war die Nacht für uns gänzlich vorbei. Lag es an der Aufregung oder beschäftigte ihn etwas anderes? 

Nach einem ausgiebigen Frühstück machten wir uns langsam fertig und fuhren gemeinsam in den Kindergarten. Bereits beim Betreten des Kindergartengeländes war der große Sohn kaum zu halten und rannte zur Tür. Ich parke unseren Kinderwagen vor dem Eingang, nahm den Kleinen auf den Arm und öffnete die Tür. Die ersten Kinder kamen uns bereits auf dem Flur entgegen und begrüßten uns freundlich: „Hallo, ich bin Max.“ „Und ich heiße Johanna. Wer ist das?“ Sie zeigte auf den großen Sohn, der gerade damit beschäftigt war seine Schuhe auszuziehen.

Nach dem Ablegen der Schuhe empfing uns auch meine Erzieherin mit einer herzlichen Umarmung. Ja genau richtig gelesen: Meine! Vor 24 Jahren besuchte auch ich diesen Kindergarten und meine Erzieherin von damals arbeitet noch immer in diesem Kindergarten.Wir begleiteten sie in die Bärengruppe. In meine Gruppe. Ja, es hat sich nicht viel verändert und ich erinnerte mich plötzlich an meine Kindheit zurück. Wie ich mit meiner besten Freundin Melanie in der Puppenecke spielte, wie wir aus den Bauklötzen einen bis unter die Decke ragenden Turm bauten oder wie die böse Deborah meine Baby Born mit Wachsmalstiften anmalte.

Wir setzten uns auf einen der kleinen Stühle. Der große Sohn zog prompt und ganz selbstverständlich seine Jacke aus und verschwand mit dem kleinen Max in der Duplo-Ecke. Er schaute sich alles ganz genau an, spielte, malte und probierte aus.
Nun begrüßte uns auch die Kita-Leiterin freundlich und sagte zu dem Nachwuchs: „Hallo, wie geht es denn deinem Papa? – Weißt du was? Ich kenne auch deine Oma und deinen Opa.“ Dabei nannte sie alle namentlich. Unser Sohn lachte und verschwand mit Max in der Puppenecke. Ich war völlig überwältigt von seinen Reaktionen und merkte, wie wohl er sich unter den anderen Kindern fühlte.
Zur Krönung durften wir die Gruppe anschließend noch in den Turnraum begleiten. Nach einer Stunde mussten wir uns leider wieder verabschieden und der große Sohn flehte mich an: „Mama, bitte lass uns noch hier bleiben.“

Wir verabschieden uns von den Kindern und Erzieherinnen und fuhren nach Hause. Unterwegs verarbeitete er die gesammelten Eindrücke und erzählte ohne Unterbrechung: „Mama, da gibt es ganz viele Autos und Duplo und Puppen und Bücher und Kinder und man kann malen und schneiden und ich möchte auch einen Rucksack. Mama, darf ich wieder mit Max spielen? Mama, gehen wir nach dem Heia machen wieder in den Kindergarten? …“

Ich muss gestehen, dass ich nicht im geringsten mit so einer Reaktion von unserem Sohn gerechnet habe und dass er so schnell mit den fremden Kindern und der Umgebung „warm“ wird. Um ehrlich zu sein, hatte ich vorab Angst. Ich hatte Angst, dass er sich während des Besuches im Kindergarten stur stellen, sich an mir fest halten und im schlimmsten Fall weinen würde. Dies hätte dann zur Folge gehabt, dass ich letztendlich zwei weinende Kinder auf meinem Arm zum Trösten gehabt hätte, denn das Weinen vom großen übertragt sich bei uns meistens direkt auf den kleinen Sohn.

Nun kann er es kaum erwarten, bis er endlich in den Kindergarten gehen darf. Er fragt jetzt täglich, wann es endlich so weit ist. Da es in unserem Kindergarten keine richtige Eingewöhnung gibt, bin ich sehr gespannt, wie der Sohn diesen großen Schritt meistern wird. Wie die ersten Tage und Wochen verlaufen werden. Wie er sich zurecht finden wird und ob er nach Mama und Papa jammert. Ich wünsche ihm und mir, dass wir diesen neuen Lebensabschnitt gut meistern werden und uns sanft voneinander „lösen“ können.

Bei dem Gedanken, dass mein Sohn bald ein Kindergartenkind ist, wird es mir ganz anders und ich habe sogar schon die ein oder andere Träne verdrücken müssen. Er ist doch gerade erst geboren und nun ist er schon so groß und bald im Kindergarten auf sich alleine gestellt. Es wird wohl noch eine Weile dauern, bis ich mich an diesen Gedanken gewöhnt habe.

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